








Darstellung und Zensur sensibler Dokumente – Ein Methodiken-Handbuch für wissenschaftliches Arbeiten
Dieses Projekt untersucht die Herausforderungen und gestalterischen Möglichkeiten im Umgang mit sensiblen Dokumenten in wissenschaftlichen Arbeiten. Ziel ist es, Methoden der Darstellung zu entwickeln, die einerseits wissenschaftliche Analysen ermöglichen und andererseits ethische Fragestellungen berücksichtigen. Im Fokus steht die visuelle Aufbereitung von Inhalten, deren Veröffentlichung problematisch sein könnte, wie etwa rechtsextreme Manifeste. Die Arbeit reagiert auf die Notwendigkeit, wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit solchen Dokumenten zu ermöglichen, ohne unbeabsichtigt zur Weiterverbreitung dieser Inhalte beizutragen. Dabei wird untersucht, wie viel von einem Dokument gezeigt werden sollte und welche gestalterischen Mittel die Balance zwischen Verständlichkeit und notwendiger Distanz wahren können. Zentraler Bestandteil des Projekts ist die visuelle Analyse der Zensurmethoden und deren Wirkung auf die Wahrnehmung. Dabei spielt die Wahl der Abbildungsgröße eine wesentliche Rolle, da sie den Detailgrad der Seiten beeinflusst. Ebenso wird der Umfang der Darstellung hinterfragt: Müssen alle Seiten eines Dokuments gezeigt werden, oder reichen gezielte Zusammenfassungen aus? Zusätzlich widmet sich die Arbeit unterschiedlichen Formen von Zensur – darunter Schwärzen, Durchstreichen, Unschärfe und Ersetzung –, um deren spezifische Wirkung und ihre Bedeutung für den wissenschaftlichen Diskurs zu analysieren. Das Projekt reflektiert die ethischen Dilemmata, die mit der Arbeit an problematischen Dokumenten einhergehen, und zeigt auf, wie die Wahl der Darstellung den wissenschaftlichen Diskurs und die Auseinandersetzung mit diesen Inhalten beeinflusst.
Liv Victoria Bustorff
Vorprojekt, VISOP 2024
Das Projekt entstand im Rahmen des Visual Society Programs (VISOP) in Zusammenarbeit mit Maximilian Weckemann vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)